Kulturzentrum Boa

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Geschichte

1984 kaufte die Stadt Luzern am Geissensteinring 41 die ehemalige BOA Schlauchfabrik. Aufgrund der wenigen für die alternative Kultur in Luzern zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten begann die Kulturszene Luzerns, unterstützt von den linken Parteien, sich für eine Nutzung der BOA als Kulturzentrum zu engagieren. Unterstützung bekam sie dabei vom damaligen Stadtpräsidenten Franz Kurzmeyer und einer bereits im Vorfeld erschienenen Studie von Nicolas G. Hayek, in der die Notwendigkeit eines alternativen Kulturraums hervorgehoben wurde, wenn man ein neues Kultur- und Kongresshaus bauen wolle.

In den folgenden vier Jahren gelang es, die Bevölkerung und das Parlament vom geplanten Vorhaben zu überzeugen.

Nach einer gewonnenen Abstimmung 1988, in deren Vorfeld eine grosse Kundgebung (17. August) durchgeführt wurde, konnte 1989 das Kulturzentrum BOA in der ehemaligen BOA Schlauchfabrik eröffnet werden.

Das vielfältige kulturelle Angebot (Lesungen und Performances, Konzerte verschiedenster Stilrichtungen, Theater- und Tanzvorstellungen) in der BOA machte diese schnell weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Die Sparmassnahmen von Stadt und Kanton, eine fehlende Schallisolation – die Lärmemissionen führten zu regelmässigen Reklamationen von Nachbarn – und zuletzt die verlorene Abstimmung vom 18. Mai 2003, in der für die BOA 2,05 Mio. Franken für eine Lärmsanierung gesprochen werden sollten, sowie das Nein der Stadtregierung zur Initiative Ja zur BOA führten letztlich zur Schliessung der BOA am 4. November 2007.

Als "Ersatz" wurden 2008 an der Arsenalstrasse 28 in Luzern im Kulturhaus Südpol Möglichkeiten für die alternative Kultur geschaffen.

Bilder

17. August 1988


Weitere


Quellen

  • 041 Das Kulturmagazin, BOA BLEIBT - Im Gedächtnis und im Exil, N°11 November 2017 www.null41.ch
  • Luzern:Aktion Freiraum, Tanja Klöti, Universität Freiburg in Newsletter Lehrstuhl Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit Bd 8: 75-104, 2011 [1]
  • Alig, Dania: Boa Kulturzentrum, Luzern LU, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 222. [2]
  • Ein BOA Teil, Herausgeber: Orpheo Carcano, Tatjana Erpen, Urban Hodel, Camillo Paravicini und Mario Suter; 2008, ISBN: 978-3-033-01645-3
  • Kulturkompromiss wankt, nzz, 27.4.2003 [3]
  • Fotografien: ©Emanuel Ammon, ©Georg Anderhub/Fotodok
  • Article by Fotodok, 2017